Der Filmalmanach „Auf dem 40. Breitengrad“ besteht aus vier Kurzspielfilmen: „Postskriptum“, „Sein Vater“, „Das Geschenk“ und „Qara bağ“. Er wurde 2016 im Filmstudio „Azərbaycanfilm“ produziert. Die Hauptrollen spielen Azer Aydemir, Ayshad Mammadov, Ilgar Safat, Shamil Suleymanli, Fateh Tahirov, Mabud Maharramov, Ulviyya Rza, Ilaha Hasanova, Gorgud Jafarli, Elkhan Abbasov, Vidadi Aliyev und Rasim Jafarov.
Postskriptum – Der Film erzählt von der Tätigkeit der Firma „Gebrüder Nobel“ in Baku: von der ersten Reise des jüngsten Nobel-Bruders Robert nach Baku, seiner Begegnung mit dem Bakuer Öl und dem weiteren Wirken der Familie in der Stadt.
Sein Vater – Das psychologische Drama handelt von den Folgen des Karabach-Krieges für die Gesellschaft. Ein Journalist und Familienvater stellt sein Vaterland über seine Familie und beschließt, in den Krieg zu ziehen. Der Film zeigt die Angst seiner Angehörigen während der Suche nach dem im Kampf vermissten Journalisten und die zerstörerische Wirkung des Krieges auf die Gesellschaft.
Das Geschenk – Eine Liebesgeschichte zweier frisch Vermählter vor dem Hintergrund sozialer Not. Die Familie kann weder die Miete zahlen noch ein Geschenk zum Hochzeitstag kaufen, der auf Neujahr fällt. Die junge Frau schneidet ihr Haar ab und kauft ein Armband für die geliebte goldene Uhr ihres Mannes – er aber verkauft die Uhr und kauft ihr eine Haarspange.
Qara bağ – Der Titel bedeutet „schwarze Knoten“, die an einen Wunschbaum gebunden werden; über dieses Bild wird das Schicksal Karabachs, des ewigen Bodens Aserbaidschans, in den Film getragen. Der Film zeigt das heutige Leben der Binnenvertriebenen und ihre Sehnsucht nach Karabach in metaphorischen Symbolen.
Ein betagter Flüchtling aus Karabach (Vidadi Aliyev) leidet unter dem Verlust seiner Heimat. Der Arzt teilt seinen Kindern mit, dass er Krebs hat und nicht mehr lange leben wird. Um das Leben seines Vaters zu verlängern, lässt der Sohn im Fernsehen melden, Karabach sei auf friedlichem Wege zurückgewonnen worden. Doch die freudige Nachricht beschleunigt den Tod des aufgewühlten Alten. Der Regisseur nutzt Metaphern: Die schwarzen Knoten am Wunschbaum stehen für das Problem, und als der Baum im Finale zu knospen beginnt, wandelt sich die Tragik in Zuversicht.