Onkel Mursal ist ein älterer Beamter, der seit 35 Jahren in derselben Behörde, am selben Schreibtisch und nach derselben Uhr lebt. Sein Leben wiederholt sich, als wäre es in einem einzigen Tag eingefroren: der Wecker, der alte Anzug, Watte in den Ohren gegen den Lärm und jeden Morgen dasselbe Klappern der Schreibmaschine. Die anderen Mitarbeiter der Behörde sind wie er. Doch eines Tages bekommt diese stille Beständigkeit Risse. Unter dem Namen „Technologie“, „Wandel“ und „neue Zeit“ sickert etwas in ihre Mitte. Nach und nach werden die alten Schreibmaschinen weggeräumt, Computer aufgestellt, Kollegen still entfernt. Jeden durchfährt eine stumme Angst, doch niemand spricht. Alle tippen noch schneller, als liefen sie um die Wette, um nicht in diese lautlose Falle zu geraten. Onkel Mursal aber bleibt wie ein einsames Gedächtnis im unveränderten Rhythmus zurück. Er schreibt für sich und für die Gegangenen. Das Leben eines Menschen, eingeklemmt zwischen dem Schatten der Vergangenheit, der Stille der Zukunft und dem mechanischen Schweigen der Gegenwart – Symbol einer Generation, die in einem System verschwindet.